- Land: Austria
- Region: Wien
- Stadt: Wien
Betrifft
Islamophobie
Untertitel
Hass macht hässlich
Und manchmal auch dumm
Manchmal gehört auf einen groben Klotz einfach ein grober Keil
Und ich muss ehrlich gestehen - mich kotzen Menschen an, die ihren stupid/dumpfen Hass auf alles was anders ist/aussieht/denkt oder betet tagtäglich öffentlich ausleben
Besonders zum Thema Islam wird die Diskussion immer mehr von den eigentlichen - tatsächlich vorhandenen und zutiefst verstörenden - Problemen überlagert von selbsternannten Kreuzrittern die die vorhandenen Problemen unserer Gesellschaften die aus der Massenmigration entstanden sind, dazu nutzen um primitivsten Fremdenhass und Hass auf Muslime per se auszuleben
Mein ganzes Leben lang lebe ich nach meinem obersten Prinzip
Ein Menschen beurteile ich nicht nach Rasse, Hautfarbe, Religion oder Nationalität
Sondern nach seinen Taten (und Worten)
Das gilt ausnahmslos für ALLE Menschen
Und damit Ende der Diskussion für mich
Aber leider nicht für Alle
Da gibt es Menschen die nennen es Kampf gegen "Islamismus"
Und meinen Muslime per se
Da gibt es selbsternannte Kulturkämpfer die pauschal den Islam und Muslime herabwürdigen
Und in Wahrheit selbst gar keine eigene Kultur repräsentieren, sondern nur auf andere Menschen und Kulturen herabsehen wollen
Und dann gibt es noch eine besondere Spezies - das sind diejenigen die der Hass dumm gemacht hat
Zu dumm um Geschichte zu kennen oder zu reflektieren
Und für einige wenige Personen möchte ich aus gegebenem Anlass einmal reflektieren, dass die Religion des Islam auch schon einmal führend war in unserer Welt
Zu einer Zeit als Europa in Jahrhunderten der Finsternis versank, gab es das sogenannte "Goldene Zeitalter des Islam"
Und auch wenn es sich viele Menschen gar nicht bewusst sind -
Diesem Zeitalter verdanken auch wir die Möglichkeit zu entwickeln was in der Renaissance Europas entstanden ist und die Welt für lange Zeit nach vorne gebracht hat
Also hier ein kleiner Ausflug in die Geschichte
Die wichtigsten kulturellen und wissenschaftlichen Errungenschaften der muslimischen Welt liegen vor allem im sogenannten Goldenen Zeitalter des Islam
(ca. 8. bis 13./14. Jahrhundert), besonders unter den Abbasiden in Bagdad, aber auch in Andalusien (Córdoba), Persien und anderen Zentren wie Samarkand oder Kairo
In dieser Zeit übersetzten muslimische Gelehrte (oft in Zusammenarbeit mit Christen und Juden) antike Werke aus Griechisch, Sanskrit und Syrisch ins Arabische und bauten darauf auf – ein Prozess, der später die europäische Renaissance stark beeinflusste.
Wissenschaftliche Errungenschaften
Mathematik
Al-Chwarizmi (ca. 780–850) gilt als „Vater der Algebra“.
Sein Buch Al-Jabr gab dem Fach seinen Namen.
Er popularisierte das indisch-arabische Zahlensystem (inklusive Null) und entwickelte Algorithmen (das Wort leitet sich von seinem Namen ab)
Fortschritte in Trigonometrie, sphärischer Geometrie und analytischer Geometrie (u. a. durch Omar Chayyam)
Das Dezimalsystem und systematische Lösungen für Gleichungen
Medizin
Ibn Sina (Avicenna) (980–1037):
Sein Kanon der Medizin war jahrhundertelang Standardwerk in Europa und der islamischen Welt.
Er behandelte systematisch Krankheiten, Pharmakologie und Psychosomatik
Al-Razi (Rhazes):
Unterschied zwischen Masern und Pocken, klinische Beobachtung und Ethik in der Medizin
Al-Zahrawi (Abulcasis):
Pionier der Chirurgie, erfand zahlreiche Instrumente (z. B. Katheter, Forceps) und schrieb ein einflussreiches chirurgisches Lehrbuch
Erste Krankenhäuser mit Lehrbetrieb, Apotheken und medizinische Prüfungen
Optik und Physik
Ibn al-Haytham (Alhazen) (965–1040):
Begründer der modernen Optik mit seinem Buch der Optik.
Er entwickelte das wissenschaftliche Experiment und die Kamera obscura (Lochkamera), widerlegte die antike Sehstrahl-Theorie und legte Grundlagen für das wissenschaftliche Vorgehen
Astronomie
Verbesserung des Astrolabiums, präzise Sternkataloge und Observatorien (z. B. in Maragha)
Viele Sternnamen stammen aus dem Arabischen
(z. B. Aldebaran, Betelgeuse)
Beiträge zur Trigonometrie für genauere Berechnungen
Weitere Felder
Chemie/Alchemie (Destillation, Säuren)
Geographie und Kartographie (Al-Idrisi)
Philosophie: Integration griechischer (Aristoteles, Platon) mit islamischer Theologie durch Al-Farabi, Ibn Sina und Ibn Rushd (Averroes), die Europa stark beeinflussten
Kulturelle Errungenschaften
Architektur und Kunst
Ikonische Bauwerke wie die Große Moschee von Córdoba, die Alhambra in Granada, die Umayyaden-Moschee in Damaskus oder das Taj Mahal (später, aber in derselben Tradition)
Charakteristisch: Geometrische Muster, Arabesken, Kalligrafie (wegen Bilderverbots in religiösen Kontexten), Kuppeln und Minarette
Literatur und Poesie
Tausendundeine Nacht (Sammlung von Geschichten).
Bedeutende Dichter wie Rumi, Hafis, Omar Chayyam (Rubaiyat) und Firdausi (Schahname)
Hochentwickelte arabische, persische und osmanische Literatur.
Bildung und Institutionen
Das Haus der Weisheit (Bayt al-Hikma) in Bagdad als erstes großes Übersetzungs- und Forschungszentrum
Frühe Universitäten wie Al-Qarawiyyin in Fes (Marokko, gegr. 859) oder Al-Azhar in Kairo – älter als die meisten europäischen Universitäten
Diese Errungenschaften bewahrten nicht nur antikes Wissen, sondern erweiterten es durch empirische Methoden, systematische Beobachtung und interkulturellen Austausch
Viele Begriffe im heutigen Wissenschaftsdeutsch (Algebra, Algorithmus, Chemie, Alkohol etc.) oder Sternnamen zeugen davon.
Die Übertragung nach Europa (u. a. über Spanien und Sizilien) half, das mittelalterliche Europa aus der Stagnation zu führen
Die Errungenschaften waren multikulturell:
Viele Gelehrte waren Perser, Araber, Berber oder anderer Herkunft, aber sie wirkten im Rahmen der islamischen Zivilisation
Was ich damit sagen will
Jede Zeit hat Ihre Hochkultur
Jede Religion durchläuft Phasen
Ja der Islam ist in den letzten 40 Jahren in seiner Grundkonstruktion zu einem massiven Problem für die Welt geworden weil die Fanatiker die Oberhand bekamen
Aber ich bin Zeitzeuge dass es auch einen anderen Islam gab, einen toleranten und den säkularen Staat respektierenden Islam
Es gab Ihn von der Türkei bis Persien, von Ägypten bis Marokko, vom Libanon bis nach Pakistan
Der gelebte Islam des Jahres 2026 ist in weiten Teilen der islamischen Welt völlig anders als der des Jahres 1981 als ich zum ersten Mal im Nahen Osten war
Und der gelebte Islam des Jahres 2046 wird - und davon bin ich zutiefst überzeugt - wieder ganz anders aussehen als 2026
Was ich dabei beitragen kann ist
Menschen nur nach Ihren Handlungen und Taten zu beurteilen statt nach Pauschalen zu suchen
Und JEDER ART von Hass entgegen zu stehen
Und genau das werde ich tun auch wenn mich die Kreuzritter beschimpfen und verleumden
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