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Kostenlos Wahlen in Serbien, Bulgarien, Brasilien und morgen Israel Und wieder gibt es keine Schwarz/Weiss ; Wien

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Petitionen - Unterstützung Published date: 26/10/2026 Modified date: 26/10/2026
  • Land: Austria
  • Region: Wien
  • Stadt: Wien

Wahlen in Serbien, Bulgarien, Brasilien und morgen Israel
Und wieder gibt es keine Schwarz/Weiss Antworten
Ein Versuch in drei Etappen die Grautöne herauszuarbeiten

Etappe Eins
Serbien
Ich fange mit Serbien an, weil ich Land und Leute kenne

Gestern waren die vorgezogenen Neuwahlen für Serbiens Parlament und das Ergebnis ist nichts weniger als ein Erdrutsch

Ein Erdrutschsieg des neuen Bündnisses
„Studentenliste – Studenten siegen“ mit fast 52% der Stimmen und einer klaren absoluten Mehrheit der Parlamentssitze
Aleksandar Vučić räumte die Niederlage seiner SNS
(„Aleksandar Vučić – Vereinigtes Serbien“) mit nur 40%
noch am Wahlabend ein

Auf den ersten Blick ein totaler Sieg des Brüsseler DeepStates und der SorosNGOs - die beide in den letzten beiden Jahren massiv in den Regimechange in Serbien investiert und intrigiert haben
Doch das System könnte die Rechnung ohne die Serben gemacht haben
Davon gleich

Zunächst noch eine Tatsache die den überwältigenden Wechsel und Sieg der Opposition erklärt
Serbien ist ein Mafiastaat

Jeder der mit und in Serbien Business gemacht hat oder machen wollte weiss das
Ohne "Verbindung" geht in Serbien gar nichts und vor allem im Bereich staatlicher Projekte ist die Korruption in Serbien atemberaubend

Und während in Belgrad die Bizinessmen mit Anzug, Glatze,Ferrari und langbeinigen Golddiggern in einem der besten Nachtleben Europas feiern, können sich in den Dörfern am Land die Menschen das Leben nicht mehr leisten und die junge Generation sucht verzweifelt nach Zukunftschancen

Chance, Veränderung - Was und wie egal Hauptsache das System stürzt
Das war in Ungarn so und das hat nun auch Vučić zu Fall gebracht

Warum sich Brüssel trotzdem verrechnen haben könnte ?
Nun - weil da was Ganz Neues auf Traditionen trifft
Das Bündnis ist keine Partei nach westeuropäischen Vorstellungen

Die siegreiche Liste hat keine Politiker im herkömmlichen Sinn
Die Kandidaten=Abgeordneten sind auch keine Studierenden, sondern 250 ausgewählte Experten, Akademiker, Ärzte, Künstler und Aktivisten (Auswahl über studentische Plenums). Spitzenkandidat ist der Kardiologe und Professor Ilija Srdanović aus Novi Sad
Das Wahlprogramm: „Student Plan" ist bewusst kurz und fokussiert. Es gliedert sich in drei Abschnitte und stellt den Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen sowie den Wiederaufbau von Rechtsstaat und Institutionen in den Mittelpunkt

Das Programm zielt darauf ab, „gestohlene“ öffentliche Mittel zurückzuholen und in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur zu investieren. Es soll ein breiter Wechsel in der Regierungsweise sein– hin zu mehr Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und Fachlichkeit
(Wir werden sehen wieweit das gelingt)

Vor allem Aussenpolitisch könnte es für Brüssel ein Phyrrussieg gewesen sein
Ende September 2026 (um den 30.9.) erklärte die Liste bzw. die „Students in Blockade“ klar:
Serbien wird keine Sanktionen gegen Russland einführen.
Begründung: Sanktionen lösen politische und militärische Konflikte nicht unbedingt, treffen oft die normale Bevölkerung und Serbien hat aus den 1990er-Jahren eigene schlechte Erfahrungen damit.

Zu Kosovo und Metohija
Hier war die Position am deutlichsten und konsistentesten:
Kosovo und Metohija ist laut serbischer Verfassung ein integraler Bestandteil Serbiens.
Serbien wird die einseitig erklärte Unabhängigkeit NICHT anerkennen !
Spitzenkandidat Ilija Srdanović betonte mehrfach:
„Wir lassen die Serben im Kosovo nicht im Stich.“

Srdanović erklärte ausserdem, der EU-Beitritt sei „nicht die aktuelle Priorität“ !
Zuerst müssten Rechtsstaat, Korruption, organisierte Kriminalität und Medienfreiheit geregelt werden

Eine endgültige Entscheidung über einen Beitritt Serbiens zur EU solle später –nach demokratischen Reformen und freier öffentlicher Debatte – gegebenenfalls per Referendum getroffen werden

Zusammengefasst
Bei der höchsten Wahlbeteiligung seit Serbien als eigener Staat existiert hat das Volk klar entschieden
Let's wait and see

Wahlen in Serbien, Bulgarien und Brasilien
Etappe Zwei
Brasilien

Riesenüberraschung in Brasilien
Nachdem Bolsonaro Junior im ersten Wahlgang noch vor dem Amtsinhaber Lula da Silva lag, gab es gestern eine Riesenüberraschung
Lula da Silva hat gewonnen !

Offizielle absolute Zahlen der Stichwahl
Wahlberechtigte 158.745.502
Abgegebene Stimmen 128.236.074
Wahlbeteiligung (Wahlpflicht !) 80,78 %
Gültige Stimmen. 124.082.273 = 96,76 % der abgegebenen

Lula da Silva -64.256.232
51,79 % der gültigen
Flávio Bolsonaro -59.826.041
48,21 % der gültigen

Differenz: Lula liegt mit etwa 4,43 Millionen Stimmen vorne

Riesenaufregung gibt es um die buchstäblich in letzter Minute gefallene Entscheidung eines Höchstrichters die Wahllokale um 2 Stunden länger offen zu halten
Was dahinter steckt -

Am Wahltag kam es zu "Problemen' im öffentlichen Nahverkehr
In mehreren Städten (u. a. São Paulo, Salvador/Bahia, Rio de Janeiro, Pará und weitere) wurden Busse reduziert oder nicht aus den Depots gelassen (!)
Lulas Kampagne warf vor, Wähler (besonders seine Anhänger, die auf Busse angewiesen sind) seien daran gehindert worden, zu wählen.
In Salvador fuhren mindestens 75 Busse nicht; der städtische Mobilitätssekretär wurde festgenommen (!)

Dazu noch das Wetter
In südlichen und südöstlichen Bundesstaaten
(u. a. Minas Gerais, Rio Grande do Sul, Paraná, Santa Catarina, São Paulo) gab es starke Regenfälle, Überschwemmungen und Stromausfälle wodurch der Weg zu den Wahllokalen erschwert war

BEIDE Kampagnen (!) beantragten daraufhin Verlängerungen der Öffnungszeiten der Wahllokale:
Lulas Lager forderte eine weitreichende (teilweise nationale) Ausweitung wegen der Transportprobleme
Bolsonaros Lager beantragte sie nur regional für betroffene Gemeinden wegen des Wetters

Der STF-Richter Cristiano Zanin
(früher Anwalt Lulas in Lava-Jato-Verfahren und von ihm zum Obersten Gerichtshof ernannt)
ordnete daraufhin eine landesweite Verlängerung um zwei Stunden an – von regulär 17 Uhr bis 19 Uhr Ortszeit (23 Uhr MESZ)
Er begründete dies mit der „Schwere der Vorfälle“
Die Entscheidung fiel sehr spät (Berichte sprechen von etwa drei Minuten vor oder um den regulären Schluss).
Die bereits begonnene Auszählung wurde unterbrochen (!)

Später präzisierte Zanin, dass sie nur für noch offene Wahllokale gelte; bereits geschlossene blieben zu.​

Nach Auszählung aller Stimmen erklärte das Oberste Wahlgericht Lula zum Sieger gegen Bolsonaro
Lula sichert sich damit eine vierte Amtszeit.​

Flávio Bolsonaro erkennt das Ergebnis nicht an und will die Wahl annullieren lassen.
Er kritisiert die kurzfristige Regeländerung, die landesweite (statt regional begrenzte) Ausdehnung, die Verletzung der Chancengleichheit und Zanins frühere Verbindung zu Lula. Er bezeichnete den Vorgang als „nicht normal“ und „inakzeptabel“.​

Völlig unklar bleibt, wie viele Stimmen in der Verlängerungszeit abgegeben wurden und wie stark sie das Ergebnis beeinflussten.

Die Opposition wirft dem Gerichtshof Parteilichkeit vor; Befürworter der Maßnahme verweisen darauf, dass beide Seiten Anträge gestellt hatten und das Wahlrecht gesichert werden sollte !

Fakt ist
Beide Seiten haben die Wahlverlängerung beantragt
Bolsonaro eben nur dort wo seine Anhängerschaft stark ist
Und es ist völlig unklar ob die in der Verlängerung abgegeben Stimmen das Ergebnis mit immerhin 4,5 Millionen Stimmen Unterschied überhaupt beeinflusst haben

Mein Fazit
Ich bin überhaupt kein Fan des Sozialisten Lula
Aber genausowenig halte ich den von den USA (Trump), Argentinien (Milei) und Israel (Netanjahu) massivst unterstützten Sohn des inhaftierten früheren Präsidenten Bolsonaro für einen auch nur annähernd vertrauenswürdigen Menschen - aber meine persönliche Meinung tut hier nichts zur Sache

Tatsache ist, dass die Achse Washington-Jerusalem eine massive Niederlage hinnehmen musste und man in allen BRICSplus Staaten allen Grund zum Feiern hat
Weltpolitisch war das eine der beiden Wahlen des Jahres
Morgen folgt Israel







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